Rahmenprogramm zur Sonderausstellung: Vortrag

Am 21.08.2026 geht Marcel Linnenkohl den folgenden Fragen auf den Grund: Ist Deutsch eine „deutsche“ Sprache? Tatsächlich steckt in vielen Wörtern, die wir täglich benutzen, eine lange Geschichte von Austausch, Migration und kulturellen Begegnungen. Dass Habibi aus dem Arabischen und Büro aus dem Französischen stammt, überrascht kaum – aber wer hätte gedacht, dass selbst Pflanze keine ursprünglich deutsche ‚Erfindung‘ ist?

Der Sprachwissenschaftler Marcel Linnenkohl, auf Social Media auch als „Der Sprachgeschichtler“ bekannt, begibt sich mit seinem Publikum auf eine spannende Spurensuche durch die Geschichte der deutschen Sprache. Anhand verblüffender Beispiele zeigt er, woher unsere Wörter kommen, wie ihre Herkunft sichtbar wird und was sie über die Geschichte Europas verraten.

Ein Vortrag für alle, die Sprache neu entdecken und erfahren möchten, wie viel Geschichte in alltäglichen Wörtern steckt.

WANN: Freitag, 21.08.2026 | 18:00 Uhr

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Rahmenprogramm zur Sonderausstellung: Lesung

Am 19.08.2026 laden wir alle Interessierten zu einer besonderen Lesung ein:

Fatih Çevikkollu, bekannt durch seine Rolle des Murat Günaydin in Alles Atze, liest aus seinem Buch: „Kartonwand.“

Als Fatih Çevikkollus Mutter starb, war das für ihn ein Wendepunkt. Sie litt an einer Psychose und war im Alter nicht mehr gesellschaftsfähig. Und er fragte sich: Gibt es einen Zusammenhang zwischen den psychischen Problemen und ihrem Schicksal als sogenannte Gastarbeiterin in den Sechzigerjahren in Deutschland? Alle Arbeitsmigrant:innen kennen sie, denn sie steht symbolisch für den Traum vom baldigen Glück in der Heimat: eine ganze Wand aus Kartons, in denen alles verstaut wurde, was schön und wertvoll war – für das spätere Leben in der Türkei. Willkommen war man in Deutschland nicht, doch was hält man nicht alles aus, wenn es nur von kurzer Dauer ist? Es lohnte sich weder, die deutsche Sprache zu lernen, noch sich ein Zuhause zu schaffen, schließlich sollte es bald zurückgehen. Die Kinder wurden als Kofferkinder hin- und hergeschickt. Was macht es mit Menschen, wenn sie irgendwann merken: Der Traum zurückzukehren hat sich nicht erfüllt? Fatih Çevikkollu beschreibt sein Leben und das seiner türkischen Familie, die Träume und Enttäuschungen seiner Eltern, und er spricht mit Expert:innen über die Folgen der Arbeitsmigration, die bis heute in den Familien Wunden hinterlassen hat. Ein Thema, das bisher nur in Fachkreisen behandelt wurde und dringend in den Mittelpunkt der Debatten gehört.

WANN: Mittwoch, 19.08.2026 | 19:00 Uhr

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

 

Über den Autor:

Fatih Çevikkollu ist deutscher Kabarettist, Theater-, Film- und Fernsehschauspieler und Sohn türkischer Eltern, die in den Sechzigerjahren als Arbeitsmigrant:innen nach Deutschland kamen. Er studierte an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und ging dann ans Düsseldorfer Schau-spielhaus. Im Fernsehen spielte er die Rolle des Murat Günaydin in Alles Atze. Für sein erstes Soloprogramm »Fatihland« wurde er 2006 mit dem Prix Pantheon Jurypreis ausgezeichnet.

Rahmenprogramm zur Sonderausstellung: Gesprächsrunde

Am 15.08.2026 stellen wir folgende Fragen: Wie fühlt es sich an, Rassismus zu erleben? Welche Geschichten bleiben oft ungehört? Und was können wir voneinander lernen, wenn wir wirklich zuhören?

Wir laden Menschen, die Rassismus erlebt haben, herzlich ein, ihre Erfahrungen, Gedanken und Perspektiven in einem geschützten Rahmen zu teilen. Menschen, die selbst nicht von Rassismus betroffen sind, aber mehr verstehen möchten, sind ebenfalls herzlich willkommen – als aufmerksame Zuhörer*innen.

An diesem Nachmittag geht es nicht um Diskussionen oder Bewertungen, sondern darum, zuzuhören, voneinander zu lernen und gegenseitiges Verständnis zu fördern.

WANN: 15.08.2026 | 16 Uhr

Die Teilnahme ist kostenlos.

Rahmenprogramm zur Sonderausstellung: Konzert & Workshop

Am 14.08.2026 wird es musikalisch: Annika Rink & Mehmet Bayraktar verbinden die traditionsreiche Kemençe mit der klassischen Gitarre zu einer außergewöhnlichen musikalischen Fusion. Annika Rink bringt ihre musikalische Ausbildung sowie ihre intensive Beschäftigung mit der spanischen und südamerikanischen Musiktradition ein. Mehmet Bayraktar stellt die Kemençe als traditionsreiches Streichinstrument des Schwarzmeerraums vor, dessen musikalische Traditionen heute sowohl in der Türkei als auch in Griechenland lebendig sind. Ergänzend erklingt der Kaval im Stil der Schwarzmeerregion – ein traditionelles Holzblasinstrument, das mit der Zirkularatmung gespielt wird und dadurch einen nahezu ununterbrochenen Klangfluss ermöglicht. Gemeinsam schaffen die beiden einen musikalischen Dialog, der unterschiedliche kulturelle Einflüsse verbindet und neue Klangwelten entstehen lässt.

Wann: Freitag, 14.08.2026 | 18:00 Uhr

Die Veranstaltung ist kostenfrei.